Wie funktioniert das Double-Opt-In – Verfahren?

Was ist Double-Opt-In, wie ist der Ablauf des Verfahrens und was sagt dazu die aktuelle Rechtslage? Dieser Post erklärt diese Fragen kurz und übersichtlich anhand einer Infografik. In Deutschland sind einige Werbemaßnahmen ausschließlich „nach ausdrücklicher oder mutmaßlicher Einwilligung“ zulässig. Das ist so geregelt, um Verbraucher vor „unzumutbaren Belästigungen“ zu schützen. Die gesetzlichen Regelungen dazu finden sich größtenteils im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, § 7, Absatz 2, Nummer 2 und 3. Das derzeit allgemein akzeptierte Verfahren, um nicht gegen dieses Gesetz zu verstoßen, nennt sich „Double-Opt-In„. „Opt-In“ ist der englische Begriff dafür, sich für eine Sache zu entscheiden – dafür zu „optieren“. Durch die doppelte Kundgabe des Sich-Entscheidens wird vermieden, dass jemand Fremdes die Zustimmung durch einfaches Abschicken eines Anmelde-Formulars erteilt – sprich dass man durch jemand Fremdes z.B. für einen Newsletter angemeldet werden kann. Entscheidender Faktor ist dabei die Annahme, dass nur der zukünftige Empfänger der Werbemails Zugriff auf sein eigenes Postfach hat. Folgende Infografik verdeutlicht den Ablauf in einem kurzen Überblick:

Infografik: Ablauf des Double-Opt-In - Verfahrens

Infografik: Ablauf des Double-Opt-In – Verfahrens

Der Ablauf des Double-Opt-In ist also folgender:

Der Besucher kommt auf eine Internetseite. Er füllt ein Anmeldeformular, z.B. für einen Newsletter, aus und schickt es ab. Daraufhin erhält er automatisiert vom dahinterliegenden Newsletter-System eine E-Mail mit einem individuellen Bestätigungs-Link. Durch Klicken dies Links signalisiert er definitiv seine Zustimmung und wird erst jetzt endgültig in den Verteiler aufgenommen.

Die aktuelle Rechtslage zu Double-Opt-In

Mit seinem Urteil vom 27. September 2012 (Az. 29 U 1682/12) hat das OLG München entschieden, dass schon eine E-Mail, mit der zur Bestätigung einer (Newsletter-) Bestellung im Double-Opt-In-Verfahren aufgefordert wird, als Werbung gewertet werden kann. Es wurde jedoch Revision zugelassen bezüglich der Frage, ob bzw. wann eine solche Bestätigungs-E-Mail bereits Werbecharakter besitzt. Obwohl direkt nach dem Urteil das Double-Opt-In – Verfahren bereits totgeschrieben wurde, ist es bis zur endgültigen Klärung weiterhin eine rechtsgültige Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Rechtsanwälte raten dazu, die erste verschickte Mail möglichst kurz und frei von Werbebotschaften zu halten.

Technische Umsetzung

Die meisten Anbieter von Newsletter-Systemen haben das Double-Opt-In – Verfahren fest in Ihre Abläufe integriert. Somit ist es kaum problematisch, sich an diese Vorgabe zu halten. Natürlich macht es etwas Arbeit, die versendeten Mail einmalig zu gestalten. Aber einmal eingerichtet ist die Systematik immer wieder zu verwenden. War dieser Blogpost nützlich für Sie? Verwenden Sie die Buttons unten, um andere darauf hinzuweisen…

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Ich bin Online Marketing Manager und schreibe in meinem Blog für Selbstständige, kleine Firmen und überschaubare Online-Marketing-Abteilungen über Best Practices und Arbeitserleichterungen. Dazu kommt gern auch mal eine Prise KnowHow. Ich freue mich über Kommentare!

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    1. […] an “Newsletter abonnieren” an. Achten Sie dabei auf die korrekte Durchführung des Double-Opt-In-Verfahrens. Eine weitere Möglichkeit ist, den Kommentator nach Absenden des Kommentars auf eine […]

    2. […] Ihrer Seite, über das Besucher Ihren Newsletter bestellen oder ein E-Book downloaden können? Gut! Double-Opt-In steht? Wunderbar! Nun hat Ihr Besucher den Prozess durchlaufen. Und dann? Dann kommt Ihre […]

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